LanglebigkeitEriceira · Juli 20257 Min

Drei Wochen ohne Snacks zwischen den Mahlzeiten

Drei Wochen ohne Snacks zwischen den Mahlzeiten

Es war kein Plan. Es war eine Beobachtung.

Ende Juni 2025, die Mandeln auf dem Küchentisch waren leer, der Markt war wegen eines Feiertags zu, und ich hatte zwischen Frühstück und Mittagessen schlicht nichts da. Ein Tag. Dann noch einer. Nach drei Tagen ist mir aufgefallen, dass ich gegen elf Uhr wacher war als sonst. Nicht aufgekratzt, eher gleichmäßig hell. Das war es, was mich neugierig gemacht hat.

Drei Wochen später schreibe ich auf, was sich verändert hat, und was eben nicht.

Bevor ich anfange: Ich bin keine Ärztin. Was ich hier beschreibe, ist eine private Beobachtung an einem gesunden erwachsenen Körper, der gut schläft und sich genug bewegt. Wenn dich etwas länger begleitet (Heißhunger, Müdigkeit, Schwindel), lass es bitte abklären.

Was ich tatsächlich gemacht habe. Drei Mahlzeiten am Tag. Dazwischen Wasser, schwarzer Kaffee am Vormittag, Tee am Nachmittag. Keine Mandeln, keine Datteln, kein Stück Käse beim Vorbeigehen. Wenn ich Hunger hatte, habe ich Hunger gehabt. Es war nicht heroisch. Es war erstaunlich oft langweilig.

Was ich nicht gemacht habe. Kein Fasten im strengen Sinn. Kein Kalorienzählen. Keine Eiweißbomben am Morgen. Keine Apps, keine Glukosemessung, keine Tabelle. Ich habe nicht weniger gegessen. Die drei Mahlzeiten waren bewusst voll. Eier oder Brot mit Olivenöl zum Frühstück, eine richtige Hauptspeise mittags, abends meist Suppe oder Gemüse mit Fisch.

Was sich verändert hat

Erstens, die Vormittage. Das war die deutlichste Beobachtung. Zwischen zehn und zwölf gab es kein Loch mehr. Diese leichte, nicht ganz scharfe Mattigkeit, die ich früher mit einer Handvoll Nüsse weggegessen habe, ist einfach nicht mehr aufgetaucht. Ich war nicht hungrig, ich war wach. Das war neu.

Zweitens, das Mittagessen. Plötzlich hatte das Mittagessen ein Gewicht. Ich habe gemerkt, dass ich beim Essen ankomme, nicht nur eine Lücke fülle. Die Reihenfolge zwischen Salat und Hauptgericht, der Geruch beim Öffnen des Olivenöls, das letzte Stück Brot in der Soße. Vorher hatte ich zwischen Frühstück und Mittag drei kleine Andockstellen, an denen ich kurz eingestiegen bin. Ohne sie war das Mittagessen wieder ein eigener Ort.

Drittens, das Abendgefühl. Weniger interessant, aber ehrlich: Ich war abends nicht heißhungriger. Ich hatte eher das Gefühl, dass mein Körper genau wusste, wann er fertig war. Das Abendessen war kürzer und kleiner. Nicht weil ich es geplant hatte, sondern weil es so kam.

Was sich nicht verändert hat

Mein Schlaf ist gleich gut geblieben. Mein Energielevel beim Surfen am Wochenende war unverändert. Ich habe in den drei Wochen nicht messbar abgenommen, und das war ohnehin nicht der Punkt. Meine Stimmung war stabil. Wer auf eine Heilsbotschaft hofft, findet hier keine. Ich habe nicht entdeckt, dass Snacken krank macht. Ich habe entdeckt, dass es bei mir einen kleinen Schleier zog, den ich nicht bemerkt hatte, weil er normal geworden war.

Was ich danach gemacht habe

Ich bin nicht zurückgekehrt zu den drei Mandeln um halb elf. Ich bin auch nicht militant geworden. Wenn ich auf einer Wanderung bin, esse ich unterwegs etwas. Wenn ich nach dem Surfen länger nichts esse, gibt es manchmal eine Frucht. Was geblieben ist, ist eine Frage, die ich mir im Tag stelle: Habe ich Hunger, oder ist das etwas anderes? Meistens ist es etwas anderes. Müdigkeit, Konzentrationswechsel, das Bedürfnis nach einer Pause. Ich habe gelernt, diese Dinge nicht mehr mit Essen zu beantworten.

Eine Einschränkung

Ich lebe in einer Phase mit relativ wenig akuter Belastung. Ein zwölfjähriges Kind, das nicht mehr stillt, schläft durch, keine schwere Krankheit, keine extremen Trainingsblöcke. In einer anderen Lebensphase (Schwangerschaft, Stillzeit, chronische Erkrankung, Hochleistungssport) wäre dieses Experiment unsinnig. Was bei mir Vormittagswachheit ist, könnte bei einer anderen Frau Unterzucker und Tränen sein. Das hier ist kein Protokoll. Es ist ein Bericht.

Was ich davon mitnehme

Snacking ist nicht das Problem. Snacking aus Reflex, ohne Hunger, war bei mir das Problem, und ich wusste nicht, dass ich es habe. Drei Wochen Pause haben mir gezeigt, wie viel davon Gewohnheit war, nicht Bedürfnis. Das ist eine kleine Erkenntnis. Aber sie ist meine, sie ist beobachtet, und sie hält bis heute. Mehr habe ich nicht.